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Hurricane Season in Florida: Was wir aus zwei Stürmen in Orlando gelernt haben

Mitte Juli entwickelte sich vor Floridas Westküste das erste System, das in dieser Hurricane Saison Aufmerksamkeit auf sich zog. Es stand kurz davor, Tropical Storm Bertha zu werden. Am Ende zog es nach Westen ab, weg von Orlando – ein paar Ausläufer mit etwas Regen, mehr nicht. Kein echter Sturm und damit auch kein Grund zur Aufregung.

Und trotzdem treibt ein solcher Moment dem einen oder anderen Freizeitparkfan die Sorgenfalten auf die Stirn. Es kommt die Frage auf: Was ist, wenn es bei meiner Reise einen Hurricane gibt?

Diese Sorge ist nicht vollkommen unberechtigt, denn Florida liegt in einer Region, in der sich regelmäßig solche Stürme bilden. Uns hält das nicht ab. Wir raten euch immer wieder zum September als gute Reisezeit, und wir halten uns selbst dran. Zweimal ist uns dabei ein Hurricane dazwischengekommen – Matthew 2016, als wir im Hard Rock Hotel bei Universal waren, und Ian 2022, als wir ein Ferienhaus in Kissimmee hatten. Beide Male haben wir das Unwetter gut überstanden. Aber es waren Erlebnisse, die wir so schnell nicht vergessen werden. Und die Situationen waren komplett unterschiedlich.

In diesem Artikel soll es weniger darum gehen, ob ein Sturm gefährlich ist. Sondern darum, was er konkret für euren Urlaub bedeutet und warum die Wahl zwischen Hotel und Ferienhaus dabei durchaus einen Unterschied machen kann.

Hurricane Season in Florida – wie hoch ist das Risiko wirklich?

Zunächst einmal die Fakten: Die atlantische Hurricane-Saison läuft offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November. Das bedeutet aber nicht, dass in diesen Monaten ein Wirbelsturm den nächsten jagt. Ein Hurricane ist in dieser Zeit wahrscheinlicher als im Rest des Jahres, aber deshalb noch lange nicht an der Tagesordnung. Denn wichtig: die Hurricanes haben keinen Terminkalender und halten sich daher nicht sklavisch an die von Meteorologen bestimmten Daten.
Wichtig für euch ist dieser Rahmen, um euch orientieren zu können. Erfahrungsgemäß liegt der aktivste Teil der Hurricane-Saison zwischen Mitte August und Mitte Oktober. Und ja: Der September, den wir euch empfehlen, liegt damit mitten in der heißen Phase. Warum wir ihn trotzdem für eine gute Reisezeit halten, hat mit dem tatsächlichen Risiko zu tun. Und das ist ein anderes, als viele befürchten.

Für 2026 rechnet die US-Wetterbehörde NOAA mit einer eher schwachen, sogar unterdurchschnittlichen Saison: 8 bis 14 benannte Stürme, davon 3 bis 6 Hurricanes und 1 bis 3 schwere Hurricanes.

Wie ruhig es bisher tatsächlich war, zeigt der Blick auf dieses Jahr bzw. den bisherigen Saisonverlauf: Bis Ende Juli 2026 gab es erst einen einzigen benannten Sturm, den kurzlebigen Tropical Storm Arthur, der im Juni Texas und Louisiana traf. Das System von Mitte Juli, das fast zu Bertha geworden wäre, zog an Florida vorbei. Zwei Mal hieß es: Augen und Ohren auf und die Situation beobachten und zweimal gab es für Orlando schnell Entwarnung.

Ein weiterer Faktencheck: Walt Disney World hat seit der Eröffnung 1971 nur eine wenige Male wegen eines Hurricanes komplett schließen müssen. Disney gibt dazu keinen offiziellen Überblick, aber durch Seiten wie WDW News Today lässt sich eine gute Übersicht erstellen. Demnach gab es die erste Schließung aufgrund eines Hurricanes erst 1999 wegen Floyd. Es folgten Charley, Frances und Jeanne (2004), Matthew (2016), Irma (2017), Dorian (2019) und Ian (2022). Manche Quellen führen zusätzlich noch Wilma (2005) auf. Hier waren aber die Parks nur für wenige Stunden geschlossen, in den anderen Fällen kam es jeweils zu Schließungen von ein bis drei Tagen.

Das sind über mehr als fünf Jahrzehnte zusammengenommen erstaunlich wenige Tage. Und es fällt etwas auf: Fast alle dieser Schließungen liegen im September oder Oktober. Genau in der Zeit also, in der auch wir vor Ort waren – Matthew und Ian sind zwei Einträge, die ihr auf dieser Liste findet.

Die anderen großen Freizeitparks in Orlando – Universal, SeaWorld, Legoland – reagieren in solchen Fällen ähnlich und schließen meist zeitgleich.

Unterm Strich: Es kann vorkommen, dass während eurer Reise ein Hurricane auftritt. Aber das ist selten und damit eher Ausnahme als Regel. Ausgeschlossen ist es natürlich nicht. Genau deshalb kommt es darauf an, vorbereitet zu sein – und ihr seid gerade dabei. Sehr gut.
Ein wesentlicher Faktor ist aus unserer Erfahrung, wo man während eines Hurricanes untergebracht ist, wenn es doch einmal ernst wird. Denn davon hängen viele verschiedene Dinge ab.

Zweimal Sturm, zwei völlig verschiedene Urlaube

Ende August, September bis Anfang Oktober – das ist unsere klassische Reisezeit für Florida. Wir waren natürlich auch schon zu anderen Terminen in den Parks unterwegs, zum Beispiel während der Weihnachtszeit oder im Mai oder Juni, aber wir kehren doch immer wieder zu unserem klassischen Termin zurück.
So war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis wir einen Hurricane in Florida erleben würden. Und das ist inzwischen bereits zweimal geschehen.

Ich möchte hier davon berichten, nicht um euch Angst zu machen oder irgendwie reißerisch zu wirken, sondern um euch zu schildern wie es war und was wir daraus mitgenommen haben. Die Erlebnisse hätten unterschiedlicher nicht sein können.

Matthew im Hard Rock Hotel (2016)

Unsere erste Erfahrung mit einem Hurrikane in Florida machten wir 2016. Wir waren zum Ende unserer Reise für einige Tage bei Universal im Hard Rock Hotel. Während so einer Reise schaut man natürlich nicht ständig fernsehen, aber ein paar Nachrichten dringen dann doch durch, so auch vom drohenden Hurricane Matthew. Das Wetter verschlechterte sich allmählich und es gab mehr Regen und Wind als beim klassischen Nachmittagsschauer.

Am 6. Oktober 2016 hat Universal seine Parks geschlossen. Das war bereits am Tag vorher angekündigt worden. Wir waren also entsprechend vorgewarnt. Mit der Schließung der Parks ging eine vom Orange County verhängte Ausgangssperre einher. Diese galt bis zum 8. Oktober um 7 Uhr morgens – dem Tag unseres Rückflugs.

Die anderen Parks in Orlando, also Walt Disney World und SeaWorld schlossen ebenfalls am 6. Oktober und öffneten am 8. Oktober wieder.

Da wir im Hard Rock Hotel untergebracht waren, mussten wir uns um nichts kümmern. Wir hatten damals Club Level gebucht und die Club Lounge war während der Ausgangssperre den ganzen Tag über geöffnet, sodass wir dort immer eine Anlaufstelle hatten. Zudem wurde im Hotelrestaurant The Kitchen ein Buffet angeboten, da nur wenig Personal zur Verfügung stand. Denn verständlicherweise waren viele Angestellte damit beschäftigt ihr eigenes Zuhause und ihre Familie in Sicherheit zu bringen.
Im Hotel gab es in den Tagungsräumen die Möglichkeit Brettspiele zu spielen oder zu basteln, auch diverse Aktivitäten für Kinder wurden angeboten und ein Kino wurde eingerichtet, wo unter anderem ein Harry Potter Marathon stattgefunden hat.
In der Hotelbar gab es Karaoke und es wurde versucht, die Situation für alle Gäste so angenehm wie möglich zu gestalten.

Für uns war die Situation lediglich stressig, weil wir am Donnerstag und Freitag noch nicht sicher sein konnten, ob unser Rückflug am Samstag wirklich stattfinden würde. Ansonsten war die Lage für uns recht entspannt. Wir waren versorgt, in einem großen, stabilen Gebäude untergebracht und konnten einfach abwarten.

Fakten zu Matthew
Matthew war zu seiner Spitze ein sehr starker Hurricane. In der Karibik erreichte er Kategorie 5 (also die höchste Kategorie auf der Skala). Als er sich Florida näherte, lag er bei Kategorie 3 bis 4, schwächte sich aber vor der Ostküste leicht ab. Entscheidend für Orlando war, dass Matthew Anfang Oktober 2016 an der Ostküste Floridas nie einen echten Landfall machte, sondern rund 20 bis 30 Meilen vor der Küste nordwärts vorbeizog. Orlando lag damit außerhalb des Hauptkegels. Der Hurricane war daher deutlich spürbar, aber nicht mit voller Wucht.

Ian im Ferienhaus in Kissimmee (2022)

2022 waren wir ebenfalls im September und Oktober in Florida und seinen Freizeitparks unterwegs. Dieses Mal hatten wir uns im ersten Teil der Reise für Disney’s Old Key West Resort entschieden und für den zweiten Teil in einem Ferienhaus in Kissimmee eingemietet.
Unser Umzug von Disney ins Ferienhaus war für den 28. September 2022 geplant – genau der Tag, an dem Hurricane Ian Florida treffen sollte. Perfektes Timing.
Da bei einem Hurricane nie ganz klar ist wie er wirklich verlaufen wird, wo er auf Land trifft und wie er sich danach weiterbewegt, ist in den Tagen vorher vieles in der Schwebe. Wird es eine Ausgangssperre geben? Wird der Sturm den Bereich treffen, in dem wir unterwegs sind? All das weiß man einfach nicht genau.

Der 28. September kam und wir packten unsere sieben Sachen zusammen. Disney vergewisserte sich noch einmal, ob wir eine neue Unterkunft hatten, denn der Flughafen war bereits gesperrt. Nachdem wir mit der Vermieterin des Ferienhauses geklärt hatten, dass wir wegen des Hurricanes bereits um 12 Uhr einchecken konnten und nicht erst um 15 Uhr und sogar noch zwei Freunde mitbringen durften, die es vorgezogen haben, das Unwetter mit uns zu verbringen als alleine in ihrem Hotel irgendwo in Orlando zu sitzen, frühstückten wir erst noch bei Olivia’s im Old Key West Resort und fuhren dann zum Ferienhaus über fast leere Straßen. Windböen und Regen peitschten. Eine etwas unheimliche Stimmung.
In einem Dollar Tree an der 192, so in etwa das einzige Geschäft, das außer Tankstellen noch geöffnet war, hielten wir an, um Kaffee und ein paar andere Dinge zu kaufen, die wir in den Tagen zuvor vergessen hatten. Im Geschäft herrschte Ausnahmezustand. Es hatte den Anschein, dass ganz Kissimmee hier noch letzte Besorgungen erledigen wollte.

Im Ferienhaus richteten wir uns ein. Dieses Mal hatten wir vor allem Wasser und haltbare Lebensmittel, die sich notfalls auch ohne Kochen zubereiten ließen, dabei.
Was uns direkt auffiel: viele Häuser in der Nachbarschaft hatten Sandsäcke vor Haus- und Terrassentüren platziert. Ein Nachbar erzählte uns wo wir diese bekommen könnten. Aber 10 Meilen Fahrt bei einem aufziehenden Hurricane erschienen uns nicht gerade verlockend. So beschlossen wir, dass wir auf diese Maßnahme verzichten würden und vertrauten darauf, dass die Vermieterin die Sandsäcke organisiert hätte, wäre es wirklich notwendig. Man, waren wir blauäugig.

Der Abend brach heran und das Unwetter nahm Fahrt auf. Wir versuchten die etwas beklemmende Stimmung mit Brettspielen und Musikvideos bei Youtube zu vertreiben. Zwei oder dreimal fiel kurz der Strom aus, aber immer nur für ein paar Sekunden. Draußen schüttete es extrem. Solche Regenmengen hatte noch niemand von uns gesehen. Dazu kam heftiger Sturm. Wir verfolgten im Fernsehen Berichterstattung zum Hurricane und waren geschockt über das was dort berichtet wurde. Irgendwann gingen wir schlafen, trafen uns aber am Morgen schon nach wenigen Stunden wieder um die Lage zu checken.

Es stürmte und regnete weiter, aber am Haus schien es keine schlimmeren Schäden zu geben, ein beschädigter Screen am Pool und reichlich Blätter vor der Haustür. Nichts, was sich nicht mit ein paar Handgriffen in Ordnung bringen ließe. Es gab Strom.
Wir schauten also im TV wie die Lage war. Nur eine gute Meile von uns entfernt mussten Menschen mit Booten aus ihren Häusern evakuiert werden, da weite Teile von Kissimmee unter Wasser standen. Wir hatten das riesige Glück, dass unser Ferienhaus und die umgebende Siedlung auf einer kleinen Anhöhe lag und sich direkt hinter dem Haus ein Überlaufbecken für den angrenzenden Swamp befand. Dieses war fast bis auf die Höhe unseres Gartens gefüllt.
Wir waren mit einem blauen Auge davongekommen.

Fakten zu Ian
Ian traf Floridas Südwestküste am Mittwoch, 28. September 2022, als extrem starker Kategorie-4-Hurricane (Windgeschwindigkeiten um 150 mph / rund 240 km/h). Ian zog nach dem Landfall quer über die Halbinsel und damit direkt durch Zentralflorida. Auf dem Weg über Land schwächte er sich zwar zum Tropensturm ab, brachte aber katastrophale Regenmengen mit sich: Osceola und Orange County meldeten 300 bis 400 Millimeter, für weite Teile beider Countys und auch Disney World galt eine Flash-Flood-Warnung.
An der Küste bei Fort Myers, wo Ian auf Land traf, richtete die Sturmflut schwere Verwüstungen an, während das Landesinnere von Florida insbesondere unter den extremen Regenmengen litt und stellenweise großflächig unter Wasser stand.

Unsere Erkenntnis

Die Erlebnisse hätten nicht unterschiedlicher sein können. Im Hard Rock Hotel mussten wir uns um nichts Gedanken machen, nur die Angehörigen zuhause beruhigen. Im Ferienhaus war die Lage deutlich anders. Hier ist man selbstverantwortlich, muss Entscheidungen treffen und mit den Folgen leben, die man vorher oft gar nicht absehen kann.
Wichtig: Die Unterkunft bestimmt wie ihr den Hurricane erlebt, aber nicht ob er trifft oder nicht.

Ihr müsst euch vor eurer Reise einfach darüber im Klaren sein, dass die Situation grundsätzlich unterschiedlich ist. Eine Variante ist nicht automatisch besser als die andere.

Wir haben gelernt, dass wir uns, sobald ein Hurricane auch nur im Ansatz erwähnt wird, mit Wasser und Snacks eindecken. Denn sobald der Sturm vor der Tür steht, sind die Supermarktregale leergefegt und man muss nehmen, was übrig bleibt.
Außerdem haben wir ein Auge auf die Berichterstattung in den Medien, wo es auch Empfehlungen oder Vorgaben zu Verhaltensweisen gibt.

Und noch etwas haben wir mitgenommen, eher aus Gesprächen vor Ort als aus eigener Not: Wenn ihr während eines aufziehenden Sturms unsicher seid, wo ihr am besten aufgehoben seid, ist ein großer Resortkomplex bei Disney oder Universal eine sichere Wahl. Das ist in Florida gängige Praxis. Viele Einheimische buchen sich dort ein Zimmer, wenn ein Hurricane droht, statt zu Hause zu bleiben. Der Grund: Die Hotelgebäude von Universal und Disney sind weit über den normalen Baustandard hinaus auf schwere Stürme ausgelegt, Strom und Wasser laufen mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter, und das Personal kümmert sich um die Gäste. Genau das haben wir 2016 im Hard Rock erlebt. Ein Ferienhaus kann schneller mal ohne Strom oder Wasser auskommen müssen.

Was in den Parks passiert, wenn das Wetter kippt

Die allermeisten Wetterunterbrechungen in den Freizeitparks in Orlando haben mit Hurricanes gar nichts zu tun, sondern mit dem ganz normalen Sommergewitter. Zentralflorida gilt als Blitz-Hauptstadt der USA, und der Schauer am Nachmittag gehört im Sommer fast schon zum Tagesablauf. Das ist der Fall, den ihr weit häufiger erlebt als einen echten Sturm. Und hier gibt es einen klaren Fahrplan.

Entscheidend ist dabei nicht der Regen, sondern das Gewitter, genauer gesagt der Blitz. Bei Regen läuft der Betrieb in der Regel ganz normal weiter. Für euch heißt das: entweder unterstellen und abwarten oder Poncho überziehen und weiter geht’s. Sobald aber Blitze in einem bestimmten Radius registriert werden, schließen die Attraktionen im Freien vorübergehend. Sie öffnen wieder, sobald die Gefahr vorbei ist.
Was in Gebäuden liegt, läuft dagegen weiter: Dark Rides, Shows in Hallen, überdachte Attraktionen. Bei Universal gilt das ausdrücklich auch für die Häuser von Halloween Horror Nights, solange sie nicht von extremen Regenmengen geflutet werden. Ein Regentag im Park ist also nicht verloren. Er ist einfach ein bisschen anders.

Was als Erstes wegfällt, sind Shows, Paraden und das Feuerwerk. Die werden bei Wind und Gewitter verschoben oder gestrichen, oft schon bevor überhaupt ein Fahrgeschäft schließt. Und auch der Transport kann ungemütlich werden: Bei zu viel Wind stellen Verbindungen wie der Disney Skyliner oder auch Boote den Betrieb ein, dann bleiben Busse und bei Disney zusätzlich noch die Monorail. Verlasst euch bei aufziehendem Wetter also nicht zu sehr auf ein bestimmtes Transportmittel.

Ein kleiner Vorteil, wenn ihr ausharrt: nach dem Unwetter sind die Parks meist deutlich leerer als zuvor. Das wirkt sich natürlich deutlich auf die Wartezeiten aus.

Was ist aber, wenn ein Hurricane im Anmarsch ist? Die Parkbetreiber arbeiten eng mit den lokalen Behörden zusammen und entwickeln Pläne und Strategien für den Fall der Fälle. Erreicht das Unwetter eine bestimmte Gefahrenstufe oder wird eine Ausgangssperre verhängt, schließen die Parks, unter Umständen auch für ein paar Tage. Seid ihr in dieser Zeit vor Ort, achtet auf die Informationen in eurem Hotel und in den Parks selbst.

Stornoregeln der Parks und Anbieter

Wenn ein Hurricane während eurer Reise droht, wollt ihr natürlich wissen, ob ihr auf euren Kosten sitzenbleibt. Die gute Nachricht: Die großen Parks haben eigene Regeln für Hurricanes und extremes Wetter, die euch in bestimmten Fällen entgegenkommen. Die weniger gute: Sie gelten längst nicht für alles – und der wichtigste Haken betrifft ausgerechnet viele deutsche Buchungen. Aber der Reihe nach.

Stand: Juli 2026. Diese Regeln können sich ändern, und gerade bei Wetterlagen, Stürmen und offiziellen Warnungen kommt es auf die genaue Formulierung an. Prüft die aktuellen Bedingungen vor der Buchung immer direkt beim Anbieter.

Walt Disney World

Bei Disney ist die Regel vergleichsweise klar, aber auch eng gefasst. Gibt das National Hurricane Center innerhalb von sieben Tagen vor eurer geplanten Anreise eine Hurricane Warning für den Raum Orlando oder euren Wohnort aus (letzteres ist eher unwahrscheinlich), könnt ihr direkt bei Disney über die Walt Disney Travel Company gebuchte Hotelpakete und reine Hotelbuchungen ohne Storno- oder Änderungsgebühr umbuchen oder stornieren.

Wichtig ist dabei der Begriff Hurricane Warning. Eine reine Tropical Storm Warning wird in Disneys Hurricane Policy nicht genannt. Auch ein Forecast, ein möglicher Sturmverlauf oder ein bei euch auftretendes allgemeines ungutes Bauchgefühl reichen nicht. Es muss eine offizielle Hurricane Warning des National Hurricane Center sein.

Ebenfalls wichtig: Die Regel gilt nur für direkt bei Disney gebuchte Leistungen. Habt ihr über einen Drittanbieter, einen Reiseveranstalter oder ein Vergleichsportal gebucht, gelten deren Bedingungen.

Universal Orlando

Universal ist bei seiner Severe Weather Policy etwas großzügiger. Hier reicht bereits eine Tropical Storm Warning des National Hurricane Center oder ein ausgerufener State of Emergency für den Raum Orlando aus. Die Bedingungen greifen also nicht erst ab einer Hurricane Warning, sondern bereits früher. Auch hier gilt der Zeitraum von sieben Tagen vor eurer Anreise.

Dann könnt ihr direkt bei Universal gebuchte Vacation Packages, reine Hotel-Buchungen und Universal Orlando Parktickets ohne von Universal erhobene Storno- oder Änderungsgebühr umbuchen oder stornieren.

Der Unterschied zu Disney ist also wichtig: Bei Universal greift bereits eine Tropical Storm Warning. Das kann in der Praxis einen deutlichen Unterschied machen, weil nicht jeder Sturm in Orlando als Hurricane ankommt, aber trotzdem genug Chaos verursachen kann, um Reisepläne durcheinanderzubringen.

Aber auch hier gilt: Die Regel betrifft nur Leistungen, die direkt bei Universal Orlando gebucht wurden. Habt ihr Flug, Hotel, Tickets oder das gesamte Paket über Dritte gebucht, müsst ihr euch an deren Bedingungen halten.

SeaWorld Orlando und Busch Gardens Tampa

Bei SeaWorld Orlando und Busch Gardens Tampa funktioniert es anders. Hier geht es nicht um eine klassische Hurricane-Stornoregel für eure Reiseplanung, sondern um die Weather-or-Not Assurance Policy.

Diese greift vor allem am Besuchstag selbst. Wenn schlechtes Wetter die Öffnungszeiten deutlich beeinträchtigt, Rides wegen Wetter länger als 60 Minuten geschlossen bleiben, könnt ihr unter bestimmten Bedingungen eine Rückkehrmöglichkeit für einen anderen Tag bekommen.

Das ist hilfreich, wenn ihr im Park seid und der Besuch wetterbedingt deutlich schlechter oder kürzer ausfällt als geplant. Es ist aber nicht dasselbe wie eine Hurricane Policy, mit der ihr mehrere Tage vor Anreise eure komplette Reise stornieren oder umbuchen könnt.

Außerdem gilt die Weather-or-Not Assurance nicht für alles. Bestimmte Ticketarten und Pakete können ausgeschlossen sein, ebenso Zusatzleistungen wie Parken, Quick Queue, Locker oder andere Upgrades. Wenn ihr einen Besuch bei SeaWorld oder Busch Gardens während der Hurricane Season plant, solltet ihr diese Regel also eher als Absicherung für den Parktag verstehen.

LEGOLAND Florida

LEGOLAND Florida liegt hier näher bei Universal als bei Disney. Wenn das National Hurricane Center innerhalb von sieben Tagen vor eurer geplanten Anreise eine Tropical Storm Warning oder Hurricane Warning für Central Florida oder euren Wohnort ausgibt, könnt ihr euren LEGOLAND Florida Resort Besuch ohne von LEGOLAND beziehungsweise Merlin Entertainments erhobene Gebühren umbuchen oder stornieren.

Das gilt für direkt bei LEGOLAND Florida Resort oder LEGOLAND Vacations gebuchte Leistungen, also zum Beispiel Tickets für LEGOLAND Florida, den LEGOLAND Water Park, Peppa Pig Theme Park Florida sowie direkt gebuchte Aufenthalte in den LEGOLAND Hotels oder bestimmte über LEGOLAND Vacations gebuchte Partnerhotels und Pakete.

Auch hier steckt der Haken im Detail: Drittanbieter fallen nicht automatisch darunter. Wenn ihr Tickets, Hotel oder ein Reisepaket über andere Anbieter gebucht habt, gelten deren Regeln.

Der Haken, den ihr kennen müsst

Diese Regeln gelten nur in dem Rahmen, den der jeweilige Anbieter ausdrücklich nennt – und in der Regel nur für Leistungen, die ihr direkt dort gebucht habt. Alles, was über Dritte läuft, kann ausgenommen sein: Airlines, fremde Hotels, Mietwagen, Reiseveranstalter, Ferienhausanbieter, Vergleichsportale oder Ticket-Wiederverkäufer.

Und genau das betrifft viele deutsche Urlauber. Wenn ihr die Reise über einen deutschen Veranstalter, ein Reisebüro oder ein Vergleichsportal bucht, könnt ihr euch nicht einfach auf Disneys oder Universals Hurricane Policy verlassen. Dann zählen die Bedingungen des Anbieters, bei dem ihr tatsächlich gebucht habt.

Wir empfehlen daher ausdrücklich: bucht nach Möglichkeit direkt bei Disney oder Universal.

Zwei weitere Punkte solltet ihr ebenfalls kennen:

  • Erstens: Die Regeln greifen nicht, wenn ihr erst bucht, nachdem die offizielle Warnung schon besteht.
  • Zweitens: Eine Umbuchung heißt nicht automatisch, dass ihr später dieselbe Unterkunft, dieselbe Zimmerkategorie oder denselben Preis bekommt.

Kurz gesagt: Die Hurricane-Regeln der Parks sind hilfreich, aber sie sind kein Freifahrtschein. Lest die Bedingungen vor der Buchung, schaut genau hin, wo ihr bucht, und verlasst euch nicht darauf, dass eine große Marke am Ende schon alles irgendwie regelt. Gerade bei Reisen aus Deutschland ist oft nicht Disney, Universal oder LEGOLAND euer Vertragspartner, sondern jemand dazwischen. Und genau dieser Unterschied kann im Ernstfall entscheidend sein.

Für deutsche Urlauber: das Kleingedruckte

Die Hurricane-Regeln der Parks, die wir oben beschrieben haben, sind das eine. Für euch als Reisende aus Deutschland kommt aber noch eine zweite Ebene dazu: Wie ist eure Reise nach deutschem Recht abgesichert? Das hängt vor allem davon ab, wie ihr gebucht habt. Wir sind keine Juristen, deshalb versteht das Folgende als Orientierung, nicht als Rechtsberatung. Im Zweifel gilt immer, was in euren konkreten Bedingungen steht.

Pauschalreise oder individuelles Reisepaket – das macht den Unterschied

Der wichtigste Unterschied ist der zwischen Pauschalreise und selbst zusammengestellter Reise. Habt ihr Flug, Hotel und weitere Reiseleistungen als Paket bei einem Veranstalter gebucht, seid ihr in der Regel Pauschalreisende – und damit besser abgesichert als bei komplett getrennten Einzelbuchungen. Nach § 651h BGB könnt ihr kostenlos zurücktreten, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen.

Ein Hurricane kann darunterfallen, wenn er euren Urlaubsort oder die Anreise tatsächlich erheblich beeinträchtigt – etwa durch geschlossene Flughäfen, Evakuierungen, nicht nutzbare Unterkünfte, gesperrte Straßen oder massive Einschränkungen vor Ort. Ein Sturm irgendwo im Atlantik, ein möglicher Verlauf auf einer Wetterkarte oder ein ungutes Bauchgefühl reichen dagegen nicht aus.

Wenn ihr dagegen alles einzeln bucht – Flug bei der Airline, Ferienhaus direkt, Mietwagen separat – habt ihr dieses gebündelte Rücktrittsrecht gegenüber einem Reiseveranstalter nicht. Dann müsst ihr mit jedem Anbieter einzeln klären, was möglich ist. Der Flug richtet sich nach den Regeln der Airline und den Fluggastrechten, das Ferienhaus nach den Bedingungen des Vermieters, der Mietwagen nach dem jeweiligen Vertrag.

Unser Tipp: Bucht nach Möglichkeit alle Komponenten eurer Reise mit kurzfristiger Stornomöglichkeit. Von der könnt ihr dann im Fall der Fälle Gebrauch machen.

Sonderfall Reisewarnung

Ein deutscher Sonderfall ist die Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Eine offizielle Reisewarnung ist ein starkes Argument dafür, dass unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vorliegen können. Aber Vorsicht: Es muss eine echte Reisewarnung sein. Ein bloßer Reise- oder Sicherheitshinweis ist nicht dasselbe. Und ehrlich gesagt: Für einen Hurricane in Orlando gibt das Auswärtige Amt nicht automatisch eine Reisewarnung heraus. Verlasst euch also nicht darauf als sicheren Ausweg.

Reiseversicherung: was sie leistet und was nicht

Und jetzt der Punkt, der die meisten überrascht: Eine normale Reiserücktrittsversicherung hilft euch beim Thema Unwetter bzw. Hurricane nicht automatisch. Viele Tarife sind vor allem auf persönliche Gründe ausgelegt – schwere Krankheit, Unfall, Todesfall in der Familie oder andere klar definierte Ereignisse. Ob Naturereignisse wie Hurricanes abgedeckt sind, hängt vom konkreten Tarif ab. Die bloße Sorge, es könnte ein Sturm kommen, ist ohnehin kein versicherter Rücktrittsgrund.

Wollt ihr auch Mehrkosten während der Reise absichern, braucht ihr zusätzlich eine Reiseabbruchversicherung. Die Reiserücktrittsversicherung greift vor Reisebeginn, die Reiseabbruchversicherung während der Reise. Gerade bei teuren Fernreisen ist diese Unterscheidung wichtig.

Ein letzter Fallstrick beim Flug: Airlines müssen euch erstatten oder anderweitig befördern, wenn sie den Flug selbst annullieren. Hebt die Maschine aber ab und ihr wollt wegen des Wetters lieber nicht mitfliegen, sieht es anders aus. Dann hängt es in der Regel von Tarifbedingungen, Kulanz oder eurer Versicherung ab. Auf eine automatische Erstattung solltet ihr in so einem Fall nicht setzen.

Unser Rat: Schaut vor der Buchung in eure Versicherungsbedingungen, ob Naturereignisse überhaupt abgedeckt sind, und bucht im Zweifel so, dass ihr flexibel bleibt.

Unsere Einschätzung: Wir fahren weiter im September

Nach all diesen Erlebnissen könnte man meinen, wir würden den September inzwischen meiden. Das Gegenteil ist der Fall. Wir reisen weiterhin sehr gerne in dieser Zeit nach Florida. Die Vorteile sind für uns einfach zu groß, allen voran die geringe Auslastung der Parks.

Das Risiko eines Hurricanes wischen wir dabei nicht weg. Man muss so ein Ereignis auf dem Schirm haben, das ist klar. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es ausgerechnet eure Reise trifft, ist überschaubar. Und seit wir zweimal erlebt haben, wie so ein Sturm tatsächlich abläuft, haben wir keine Panik vor einem solchen Ereignis, sondern begegnen ihm mit dem nötigen Respekt und einer guten Portion Vorsicht.

Und wenn es doch einmal passiert und ein Hurricane eure Reise trifft: Am Ende kostet euch ein Sturm vielleicht zwei oder drei Urlaubstage. Ärgerlich, keine Frage. Aber gemessen an der Naturgewalt, die da wirkt, und an den Schäden, die sie anderswo anrichtet, ist das ein kleiner Preis.

Wir reisen also weiter im September – nur achten wir inzwischen darauf, vorbereitet zu sein, falls ein Hurricane aufzieht. Und wenn wir einen Aufenthalt ganz ohne Sturm erleben, ist uns das umso lieber.

Dörthe von OrlandoParks

Seit meinem ersten Besuch war ich sofort von Walt Disney World begeistert und wusste direkt: Das ist mein Place to be. Kaum zurück in Deutschland, wurde bereits die nächste Reise geplant. Inzwischen sind viele Aufenthalte und unzählige Tage in den Parks zusammengekommen – neben Walt Disney World auch Universal Orlando, SeaWorld, Busch Gardens, LEGOLAND und weitere Freizeitparks in Florida.

Die Planung macht mir genauso viel Freude wie die Zeit vor Ort. Aus dieser Begeisterung ist über die Jahre eine echte Leidenschaft entstanden: meine Erfahrungen weiterzugeben und euch dabei zu helfen, eure Reise nach Orlando optimal vorzubereiten und vor Ort das Beste aus eurer Zeit herauszuholen.

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